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STEAM LAUNCHES & DAMPFYACHTEN

Im 19. Jahrhundert fingen manche Staatsoberhäupter damit an, sich Dampfyachten zu reinen Repräsentationszwecken zuzulegen. Die Antriebstechniken waren soweit ausgereift, dass man problemlos auch größere Schiffsreisen unternehmen konnte. Der Komfort auf diesen Yachten ließ keine Wünsche offen.

Es wurde „schick“, Gäste auf Reisen mitzunehmen und Feste darauf zu feiern, ohne auf die Annehmlichkeiten, die man von Sommerhäusern kannte, zu verzichten. Auch bei Staatsbesuchen konnte man sich des nötigen Aufsehens sicher sein. Aber auch die „private Welt“ oder besser gesagt privilegierte Schichten erkannten den Genuß und die Darstellungsfähigkeiten, die eine solche Dampfyacht mit sich brachte. Hauptsächlich in England entwickelte sich eine dampfbetriebene Yacht zu einer Art Statussymbol und die Eigentümer wetteiferten darum, wer die schnellste, größte, modernste oder best aussehende Yacht besaß. Die Wahl der Kategorie war von den eigenen Vorlieben, aber auch vom Umfang des Geldbeutels abhängig.

Die etwas kleinere Kategorie stellten die so genannten Steam Launches dar. Auch dieser Typ fand seine hauptsächliche Verbreitung in England. Die Boote waren 6 bis 18 Meter lang, zum Teil komplett offen, aber auch mit kleinen Kabinen oder überdachten Sitzplätzen; immer aber mit äußerst schnittigem und schlankem Aussehen und aus feinstem Holz gebaut. Das Interieur war immer stilvoll und hochwertig, man wollte schließlich zeigen was man hatte. Diese Vergnügungsboote waren für Ausflüge auf Flüssen, Seen oder Kanälen gedacht, unterwegs wurde angehalten für eine Rast und angemessenes Picknick. Um Teewasser heiß zu machen erfand man den sogenannten Windermere-Kessel, der mit dem Dampfkessel verbunden in wenigen Minuten Wasser zum kochen brachte.

So wie man früher auf den Chausseen oder in den Parks flanierte, um zu sehen und vor allem gesehen zu werden, wurde jetzt eine Bootstour gemacht. Die Steam Launches dienten ferner den großen Dampfyachten als Beiboote, wurden als Tenderboote der großen Überseedampfer eingesetzt oder schipperten in den Häfen als kleine Personenfähre, oder, meist mit einfacherem Interieur als Festmacherboote.

Vorwiegend in England entstanden Firmen, die sich auf den Bau kleinerer Kesselanlagen und Dampfmaschinen spezialisierten, die für diese Boote geeignet waren. Nach dem ersten Weltkrieg verschwanden immer mehr dieser Dampfboote, viele Dampfyachten und Steam Launches wurden auf Dieselmotoren umgerüstet. Im heutigen Sprachgebrauch unterscheiden wir in Deutschland nach Dampfbooten und Dampfyachten und ziehen die Grenze bei einer Bootslänge von ca. 12 Meter. Darüber hinaus gibt es bis heute weitere dampfbetriebene Wasserfahrzeuge wie z.B. Dampfschlepper, Dampfbarkassen, Dampfeisbrecher und Seitenraddampfer (Raddampfer), Dampfschiffe mit Dampfturbinenantrieb.

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DIE ENTWICKLUNG DES DAMPFSCHIFFS

1838-1856

Raddampfer, Holzrumpf, Balancierdampfmaschine - 2-Zylinder

1856-1865

Raddampfer, Eisenrumpf, Balancierdampfmaschine - 2-Zylinder
Raddampfer, Eisenrumpf, oszillierende Dampfmaschine - 2-Zylinder
Raddampfer, Eisenrumpf, Verbunddampfmaschin - 2-Zylinder

1865-1878

Einschraubendampfer, Eisenrumpf, Verbunddampfmaschine - 3-4 Zylinder

1875-1885

Zweischraubenschiff, Stahlrumpf, Zweifach-Expansionsmaschine - 3-4 Zylinder

1885-1895

Zweischraubenschiff, 2-3 Schornsteine, Dreifach-Expansionsmaschine - 3-4 Zylinder

1896-1906

Zweischraubenschiff, 4 Schornsteine, Vierfach-Expansionsmaschine - 4 oder 5 Zylinder

ab 1901

statt Kolbendampfmaschinen Turbinen als Antrieb für Fracht-, Passagier- und Kriegsschiffe

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